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Welche PV-Anlagengröße brauche ich? Schritt für Schritt

Redaktion · Aktualisiert 2026-10-14 · 5 Min. Lesezeit

Die passende PV-Anlagengröße ergibt sich aus drei Größen: nutzbarer Dachfläche, Jahresstromverbrauch und Ihrem Ziel. Faustwerte: 5 bis 7 Quadratmeter Dach pro kWp, rund 900 kWh Ertrag pro kWp und Jahr als Rechenwert. Für ein Einfamilienhaus liegt die übliche Spanne zwischen 8 und 10 kWp, bei Wärmepumpe oder E-Auto darüber.

Schritt 1: Die nutzbare Dachfläche bestimmen

Messen Sie die Dachflächen, die nach Süd, Ost oder West zeigen und kaum verschattet sind. Kamine, Gauben, Dachfenster und Abstandsflächen am Rand reduzieren die belegbare Fläche. Die Verbraucherzentrale rechnet mit 5 bis 7 Quadratmetern pro kWp. Daraus folgt:

Nutzbare Fläche Maximale Leistung (grob)
30 m² 4 bis 6 kWp
50 m² 7 bis 10 kWp
70 m² 10 bis 14 kWp
100 m² 14 bis 20 kWp

Die Spannweite entsteht durch Modulwirkungsgrad und Verlegeart. Bei Modulen um 500 Watt entspricht 1 kWp zwei Modulen. Ein Fachbetrieb prüft zusätzlich Statik und Dachzustand, bevor er die endgültige Belegung festlegt.

Schritt 2: Jahresverbrauch ermitteln

Nehmen Sie die letzte Jahresabrechnung Ihres Stromversorgers. Rechnen Sie bekannte Änderungen ein: Wärmepumpe, E-Auto, Homeoffice, zusätzliche Personen. Orientierung zur Höhe des Verbrauchs geben nur Ihre eigenen Zahlen; Durchschnittswerte aus Statistiken sagen über Ihren Haushalt wenig.

Als Faustregel für die Anlagenleistung wird häufig empfohlen, sie am Verbrauch zu orientieren, nicht am maximal Möglichen. Das hat einen wirtschaftlichen Grund: Selbst erzeugter Strom kostet nach Angabe der Verbraucherzentrale etwa 10 bis 15 Cent je kWh, Netzstrom 37,0 Cent (BDEW, Stand August 2026), Einspeisung wird mit 7,70 Cent je kWh vergütet (Anlagen bis 10 kW, Teileinspeisung, Inbetriebnahme August bis Dezember 2026, Bundesnetzagentur). Jede selbst genutzte Kilowattstunde bringt also mehr als jede eingespeiste.

Kernaussage: Planen Sie nicht für die größte Dachfläche, sondern für den Verbrauch, den die Anlage decken soll. Wer mehr einspeist als er nutzt, verdient an jeder Kilowattstunde weniger.

Schritt 3: Ziel festlegen

Das Ziel bestimmt die Richtung:

  • Kosten senken: Anlage so groß wählen, dass ein hoher Anteil selbst verbraucht wird. Oft ist das knapp unter dem Jahresverbrauch.
  • Unabhängigkeit: Größere Anlage plus Speicher. Die Verbraucherzentrale nennt, dass ein Speicher den Eigenverbrauch von typisch 20 bis 30 auf 50 bis 60 Prozent heben kann.
  • Zukunftssicherheit: Anlage auf erwartete Verbraucher auslegen (Wärmepumpe, E-Auto), auch wenn sie heute noch fehlen.
  • Einspeisung: Nur, wenn die Vergütung zu Ihrer Rechnung passt. Beim EEG 2027 sind Änderungen als Entwurf vorgesehen.

Typische Größen und ihre Zielgruppe

Der Preisvergleich auf solaranlagekaufen.com führt Komplettanlagen mit Speicher in den Klassen 5, 6, 8, 10, 12, 15 und 20 kWp und ordnet sie so zu: 5 bis 6 kWp kleinen Dächern mit geringem Verbrauch, 8 bis 10 kWp Einfamilienhäusern, 12 bis 20 kWp großen Dächern mit E-Auto oder Wärmepumpe. Die Zuordnung ist eine grobe Orientierung und keine Regel. Details zu einzelnen Klassen: 5 kWp mit Speicher, 10 kWp mit Speicher und 15 kWp mit Speicher.

Schritt 4: Wechselrichter und Speicher abstimmen

Der Wechselrichter wird auf etwa 90 bis 110 Prozent der Modulleistung in Kilowatt ausgelegt. Ein etwas kleinerer Wechselrichter kann wirtschaftlich sinnvoll sein, wenn die Spitzen selten auftreten; ein Fachbetrieb rechnet das nach. Wichtig ist auch die Art: String-Wechselrichter, Modulwechselrichter oder Hybridwechselrichter, die einen Speicher gleichstromseitig einbinden können.

Den Speicher richten Sie nach dem Verbrauch aus, nicht nach der Modulleistung. Als Faustregel gilt etwa 1 kWh nutzbare Kapazität je 1.000 kWh Jahresverbrauch, bei der Verbraucherzentrale NRW; die HTW Berlin nennt als Obergrenze 1,5 kWh je kW PV-Leistung und je 1.000 kWh Verbrauch, wobei die kleinere Grenze gilt. Die Rechnung im Detail: Stromspeicher richtig dimensionieren.

Beispiele

Drei fiktive, aber typische Rechnungen (Rechenwerte, keine Prognosen):

  1. Reihenhaus, 3.000 kWh Verbrauch, 30 m² Dach: Ein 4- bis 5-kWp-System passt, ein Speicher von etwa 3 kWh genügt nach Faustregel.
  2. Einfamilienhaus, 4.500 kWh, 60 m² Dach: 8 bis 10 kWp, Speicher etwa 4 bis 5 kWh.
  3. Einfamilienhaus mit Wärmepumpe und E-Auto, 10.000 kWh, 100 m² Dach: 14 bis 15 kWp, Speicher etwa 10 kWh, Energiemanagement sinnvoll.

Die Beispiele zeigen: Dach und Verbrauch begrenzen sich gegenseitig. Auf kleinen Dächern ist die Fläche der Engpass, auf großen Dächern der Verbrauch.

Schritt 5: Gegenprobe mit einem Rechner

Als Überschlag eignet sich der PV-Rechner von solaranlagekaufen.com, mit dem sich Anlagengröße und Wirtschaftlichkeit grob abschätzen lassen; die Annahmen sollten Sie prüfen. Ergänzend bietet die Seite einen Speicher-Rechner. Wenn Sie mit konkreten Sets weiterarbeiten, sichten Sie die Auswahl unter PV-Komplettanlagen mit Speicher und prüfen, welche Klasse zu Ihrer Rechnung passt. Das Endergebnis legt aber die Planung des Fachbetriebs fest.

Fehler, die bei der Größenwahl vorkommen

  • Dach voll belegen, ohne Verbrauch zu prüfen.
  • Verschattung unterschätzen. Schon wenig Schatten senkt den Ertrag; Optimierer oder Modulwechselrichter können helfen, kosten aber extra.
  • Speicher nach Bauchgefühl. Siehe Sättigungseffekt bei großen Speichern.
  • Rechtliche Schwellen übersehen. Ab 7 kW installierter Leistung gilt ein intelligentes Messsystem; der Nullsteuersatz gilt bis 30 kWp.
  • Preis je kWp ignorieren. Größere Anlagen sind pro kWp günstiger, wie Photovoltaik Komplettanlage Kosten zeigt.

Alle Angaben: Stand Oktober 2026; Preise und gesetzliche Vorgaben ändern sich.

Ausrichtung und Neigung

Die Ausrichtung beeinflusst den Ertrag, aber weniger, als viele erwarten. Südausrichtung liefert die höchste Jahresmenge, Ost-West-Dächer erzeugen morgens und abends mehr und mittags weniger. Für Haushalte mit hohem Verbrauch morgens und abends kann das nützlich sein, weil weniger Mittagsspitzen eingespeist werden. Bei Flachdächern lässt sich die Aufständerung wählen; Bifazial- und Glas-Glas-Module werden dort oft diskutiert, wobei Bifazialmodule laut Ratgeber vor allem auf hellen Flachdächern helfen. Lassen Sie den Planer mehrere Varianten rechnen. Eine Übersicht zur Ausrichtung bietet der Ratgeber zur Ausrichtung.

Wenn Wärmepumpe oder E-Auto dazukommen

Zusätzliche Verbraucher verändern die Rechnung. Eine Wärmepumpe erhöht den Verbrauch vor allem im Winter, wenn die Anlage wenig erzeugt, ein E-Auto je nach Ladezeit auch im Sommer. Prüfen Sie, wann geladen wird: Wer tagsüber zu Hause lädt, nutzt Überschüsse direkt, wer abends lädt, braucht mehr Speicher oder zieht Netzstrom. Planen Sie deshalb nicht pauschal “mehr kWp”, sondern beschreiben Sie dem Planer die erwarteten Verbraucher und deren Zeiten. Zur Einordnung kann der Preisvergleich der Komplettanlagen dienen, der Sets von 5 bis 20 kWp führt.

Häufige Fragen

Wie viele kWp brauche ich für ein Einfamilienhaus?

Der Preisvergleich ordnet 8 bis 10 kWp dem typischen Einfamilienhaus zu, 5 bis 6 kWp kleinen Dächern mit geringem Verbrauch und 12 bis 20 kWp großen Dächern mit Wärmepumpe oder E-Auto.

Wie viel Dachfläche pro kWp?

Die Verbraucherzentrale nennt etwa 5 bis 7 Quadratmeter pro kWp.

Wie groß sollte der Wechselrichter sein?

Typisch sind etwa 90 bis 110 Prozent der Modulleistung in Kilowatt.

Ist eine größere Anlage immer besser?

Nein. Überschüsse werden niedriger vergütet, als Netzstrom kostet. Größe lohnt sich vor allem bei hohem Eigenverbrauch.

Quellen